Aktien: Verlorenes Vertrauen?
2. November 2009Der Aktienmarkt hat sicherlich eine große Erschütterung erlebt. Aber ist die Krise Grund genug, dem Markt bezüglich der Altersvorsorge den Rücken zu kehren und alte Ideologien wie „für eine sichere Rente kann nur der Staat sorgen“ wieder aufflammen zu lassen? Besonders, wo wir doch alle wissen, dass die staatlichen Renten in Zukunft nicht ausreichen werden.
Experten meinen, dass Aktien und Aktienfonds innerhalb der privaten Vorsorge nicht wegzudenken seien und weiterhin ein zukunftsträchtiges zweites Standbein der Altersvorsorge darstellen können. Ein Argument dafür ist, dass das Umlageverfahren auf das nationale Sozialprodukt begrenzt ist, der Aktienmarkt ist jedoch weltweit aktiv, d.h. auch in Regionen dieser Welt, die sich gerade in der Wachstumsphase befinden.
Aber wie riskant ist es, seine private Altersvorsorge auf Aktien und Aktienfonds aufzubauen?
Das Ergebnis von Aktienfondsparplänen liegt, über die Gesamtzahl aller Ansparzeiträume der vergangenen Jahrzehnte, in den meisten Fällen bei fünf bis acht Prozent pro Jahr und steht damit besser dar als Anleihen. Vieles ist hier allerdings eine Frage der Zeit. Bei 15-jähriger Ansparzeit kann das Ergebnis auch mal negativ ausgehen. Bei 20-jähriger Ansparzeit wurde jedoch bisher in keinem Fall ein negatives Ergebnis verbucht, nicht einmal bei denen, in deren Zeitraum der März 2009 fiel. Eine Rendite von mindestens fünf Prozent pro Jahr notierten diejenigen mit einem Sparplan von 30 Jahren.
Die Empfehlung der Experten: dem eigenen Profil entsprechend individuell vorgehen. Das bedeutet auf den Lebenszyklus und die Anlagezeit eingehen. Mit einem hohen Aktienanteil beginnen und gegen Ende des Sparzyklus in kursstabilere, ertragsschwächere Anlagen umschichten. Die Riester-Fondssparpläne, mit Aktienquoten von 50%, sind ein gutes Beispiel dafür, dass auch auf Sicherheit bei diesem System nicht verzichtet werden muss (Beitragsgarantie).
(Quelle: Euro am Sonntag, 1./2.08.2009)